Bewegte Schule – ein wichtiger Bestandteil der Erziehung

Warum vergessen wir ständig, uns zu bewegen?

Um an den vorigen Beitrag anzuknüpfen, werden nun weiterführende Themen im Bereich Sport behandelt. Denn Bewegung geht uns alle an! Laufend sehe ich in meinem Beruf, dass viele Kinder die einfachsten Übungen nur schwer bewältigen können. Ich spreche nicht von frühzeitiger Spezialisierung in einem bestimmten sportlichen Bereich, sondern von einem breitangelegten Grundstock an Bewegungserfahrungen. Dieser ist die Grundvoraussetzung für jede weitere sportliche Aktivität im Leben.

 

Rhythmusfähigkeit

Bewegungen im Gleichmaß ausführen zu können, bedeutet den Rhythmus zu beherrschen. Wird ein äußerer Rhythmus übernommen, spricht man von einer gleichmäßig gegliederten zeitlichen Abfolge von Handlungen. Die Feinheit einer Bewegungshandlung definiert sich im Umsetzenkönnen eines Rhythmus der von „außen“ vorgegeben wird. Eben desshalb liegt die Bewegungssicherheit immer einem Bewegungsrhythmus zu Grunde – und Bewegungssicherheit ist unerlässlich für verschiedenste Handlungen (auch im Alltag).

 

Rhythmusschulung kommt also nicht nur Ihren Kinder zu Gute, sondern auch Ihnen selbst. Um diese Fähigkeit zu schulen, braucht es nicht viel Aufwand. Dafür eignet sich Musik perfekt. Aber auch kleine akustische Akzente erfüllen ihren Zweck. Da hätten wir Klatschen, Trommeln oder einfache Hopp-Hopp Rufe. Der Aufwand ist also gering – der Nutzen groß.

 

„Wenn du nichts veränderst, wird sich auch nichts verändern!“

 – Sparky Anderson

 

Den Rhythmus verstehen

Ich empfehle Ihnen, wenn Sie sich in dieser Fähigkeit verbessern wollen, ohne viel Geld und Vorbereitung zu investieren, mit Seilspringen zu beginnen:

  • Seilspringen in verschiedenem Rhythmus vorwärts
  • Seilspringen in verschiedenem Rhythmus rückwärts
  • Seilspringen im Lauf mit einem oder zwei Schritten pro Durchschlag
  • Überlaufen eines pendelnden oder Durchlaufen eines geschlagenen Seils

Achten Sie dabei, dass Sie immer versuchen im Rhythmus der Musik zu bleiben. Passen Sie die Seilschwünge der Musik und Ihrem „persönlichen“ Tempo an. Sie können auch mit Ihrem Kind das Partnerspringen gemeinsam machen. Dazu ein Seil nehmen und zu zweit, im gleichen Rhythmus, zu springen beginnen.

 

Differenzierungsfähigkeit

Möglicherweise sagt Ihnen der Begriff der Differenzierungsfähigkeit nicht viel, aber dennoch macht er sich in Ihrem Leben bemerkbar. Man hat ein bestimmtes Gefühl wie man seine Körperteile im Alltag oder Sport bewegt und einsetzt (z.B. Bewegungsgefühl, Ballgefühl). Wichtig sind hier die kinästhetischen Analysatoren, welche uns Rückmeldungen unserer Handlungen geben. Rezeptoren im Körper (Muskeln, Gelenken, Sehnen) lassen uns wissen, in welcher Position sich ein bestimmtes Körperteil befindet. Nun kommt es auf die Kraft an, die auf eine bestimmte Stelle einwirkt.

 

Also ist es wichtig zu verstehen, dass diese Fähigkeit entscheidet, wie sicher und ökonomisch wir uns im Alltag bewegen. Um ein Beispiel zu nennen: Eine sehr häufige Alltagsverletzung ist der Riss im Meniskus, welcher durch eine immer wieder gleich ablaufende, und vor allem falsche, Bewegungshandlung eintreten kann: Nämlich beim Aus- und Einsteigen in das Auto. Die Drehbewegung und die falsche Verteilung der Kräfte auf das Knie, führt dazu, dass der Meniskus noch im selben Moment kaputt geht (selbst wenn man es in diesem Augenblick nicht einmal bemerkt).

 

Buchtipp!

Wenn Sie sich mit diesem Thema genauer auseinandersetzen möchten, empfehle ich Ihnen das Buch „Bewegung – das Tor zum Lernen“. Verstehen Sie, wie wichtig es ist, dass Ihr Kind sich aktiv beteiligt und sportliche Aktivitäten nicht als Hürde oder Zeitverschwendung ansieht. Lesen Sie, wie sich das Gehirn entwickelt, wie Bewegung das Lernen in Gang setzt und wie Ernährung und andere Faktoren die Lernfähigkeit beeinflussen.

Bewegung – das Tor zum Lernen
Hannaford, C. (2008). Bewegung – das Tor zum Lernen. (7. Aufl.). Kirchzarten: VAK.

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