Begabtenförderung im Bildungssystem (inkl. Auflösung des letzten Rätsels)

Überschätzen Sie Ihr Kind? Wahrscheinlich ja.

Hier die Auflösung des Rätsels „Wasser im Wein“:

Angenommen der erste Krug enthält nach der Manipulation 80% Wasser und 20% Wein. Die 20% Wasser, die fehlen, müssen genau so wie die fehlenden 80% Wein in dem anderen Krug sein. Vor der Manipulation enthielt jeder Krug dieselbe Menge der jeweiligen Flüssigkeit. Im zweiten Krug muss das Flüssigkeitsverhältnis daher 20% und 80% Wein betragen. Man sieht also, dass sich das Verhältnis genau umgekehrt hat: 80/20 gegenüber 20/80.

Im ersten Krug befindet sich also genau soviel Wein wie im zweiten Krug Wasser und im zweiten Krug genau soviel Wein wie Wasser im ersten Krug!

 

Begabtenförderung im Bildungssystem

Begabungsförderung darf in unseren Schulen nicht vernachlässigt werden. Es sollte daher ein wichtiges Bildungsanliegen des österreichischen Bildungssystems sein, Begabungen zu erkennen und zu fördern. Als Lehrer/Lehrerinnen ist es unsere Pflicht, Leistungspotenziale zu unterstützen und im Sinne der Chancengerechtigkeit in der Entwicklung einer Person zu prägen. Eine spezielle Begabung von Kindern, lässt sich, unter anderem, an hoher Leistungsfähigkeit sowie Leistungsbereitschaft erkennen. Doch leichter gesagt als getan. Wie sollen Eltern und Lehrpersonen die wahrhaftige Begabung eines Kindes erkennen und dabei die ganzheitliche Entwicklung steuern?

 

Talente sind dem Menschen innewohnende potenzielle Fähigkeiten

Elternhaus, Schule und soziale Umwelt spielen bei der Entwicklung von Begabungen eine wichtige Rolle. Doch bis hin zur Leistungsexzellenz ist es ein weiter Weg. Dabei kommt es darauf an, wie sich ein Kind entwickelt und mit welcher Reife es an bestimmte Dinge herangeht.

Einige gesellschaftliche Gebiete, auf denen Kinder begabt sein könnten, wären unter anderem:

  • Kognitiv-intellektuelle,
  • Emotional-soziale,
  • Musisch-kreative,
  • Künstlerische und
  • Sportliche relevante Potenziale.
    Dabei sind die resultierenden Ergebnisse zu beachten.

„Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.“

  • Carl Hilty

Von einem wirklichen Talent oder einer Leistung spricht man aber erst dann, wenn eine langfristige Auseinandersetzung auf einem Wissensgebiet besteht. Im Kidesalter können, wie gesagt, diese Fähigkeiten als sogenannte „Spitzen“ auftreten und sollten erkannt werden. Erkennen lassen sich diese durch bestimmte Persönlichkeitsaspekte, wie (im Hinblick auf ein bestimmtes Gebiet):

  • Motivation
  • Zielorientiertheit
  • Durchhaltevermögen
  • Selbstvertrauen
  • Anstrengungsbereitschaft
  • Kreativität

Zeigt Ihr Kind also derartige Anzeichen, sollten Sie sich bemühen und Mal etwas genauer hinschauen. Reden Sie Ihrem Kind nichts aus, mag es noch so seltsam erscheinen!

 

Wahrscheinlich überschätzen Sie Ihr Kind!

In vielen Fällen kann es vorkommen, dass Eltern Ihre Kinder überschätzen. Es kann leicht sein, dass die Lehrperson des Kindes, den Schüler/die Schülerin besser einschätzen kann, als ein Elternteil. Seien Sie also nicht zu optimistisch – nicht jedes Kind schafft es zur Leistungsexzellenz!

 

Begabungsfördernder Unterricht muss sich etablieren

Die Interessen der Kinder sollten also nicht lächelnd abgewiesen werden, sondern aufmerksam in konkrete Fertigkeiten umgestaltet werden. Dies erfolgt aber wiederum nur, wenn Institutionen und Eltern dies als gemeinsame Aufgabe übernehmen. Es hilft nichts, wenn die Lehrperson versucht, das Kind in der Schule zu fördern, wenn die Eltern zu Hause die Interessen und Fortschritte nur belächeln!

 

Dennoch ist zu beachten, dass dieser wichtige gesellschaftliche Beitrag für zukünftige Entwicklungen nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt wird. Eine vernünftige Grundausbildung zum selbstständigen Denken und Handeln, sowie Verantwortung und Mündigkeit, ist noch immer das Wichtigste. Begabungsförderung wird auf diese Werte aufgebaut.

 

Buchtipp:

Diese interessante Lektüre empfehle ich allen die etwas über die politischen, ökonomischen, kulturellen, sozialen und rechtlichen Aspekte des Aufwachsens in der heutigen Gesellschaft in Erfahrung bringen wollen:

Gesellschaftliche Bedingungen von Bildung und Erziehung. Eine Einführung
Liesner, Andrea / Lohmann, Ingrid (Hrsg.) (2010): Gesellschaftliche Bedingungen von Bildung und Erziehung. Eine Einführung. Stuttgart: Kohlhammer Urban.

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