Höllenjob Lehrer/Lehrerin?

Diesen sieben Belastungsfaktoren sind Lehrpersonen heutzutage ausgesetzt.

Haben es Lehrer & Lehrerinnen nun gut oder schlecht? Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten fühlen sich die Lehrpersonen von heute teilweise bis an die Grenzen belastet, sagt zumindest eine Studie. Tatsächlich, so wie in anderen Berufen auch, treten hier natürlich Probleme auf, die nicht jeder Mensch gleich gut meistern kann. Darunter fallen: schwierige Schüler/Innen, Unterrichtsstörungen, Zeitstress, nörgelnde Eltern, keine Würdigung der Anstrengungen für guten Unterricht, schleichende Resignation, Ärger über Bürokratie und Schulverwaltung sowie sehnsüchtig erwartete Ferien. All das tritt im Lehrberuf fix auf – doch dabei kommt es darauf an, wie man als Person damit umgeht.

 

In den goldenen 50er und 60er Jahren galt der Lehrberuf als Traumjob und sogar als wahrscheinlich einer der bestbezahltesten Halbtagsjobs überhaupt. Doch heute ist das anders. Für viele Lehrkräfte wurde er zum Stressfeld.

 

Was zeigt uns die Geschichte?

Die Geschichte zeigt, dass es 1822 ungefähr 21.000 Lehrer/Innen gab. Im Jahr 1878 waren es dann schon 57.000. Trotzdem ergab sich eine Lehrer-Schüler-Relation von 1 : 330.

In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts waren Krisen im Lehrberuf nur wenig vorhanden. Doch was war dann geschehen? Ein möglicher Grund für den Wandel im Beruf war die Belastung, welche im Alltag entstand: Die didaktischen Ansprüche stiegen, die Kinder wurden zunehmend schwieriger, Eltern begannen immer häufiger Widerspruch einzulegen (auch juristisch), die Zahlen der Schüler/Innen stiegen enorm. Auch die hohen Ansprüche der Gesellschaft ließen nicht lange auf sich warten: die Schule hat das wieder gut zu machen, was Sozialisationsinstanzen, wie zum Beispiel Familien, nicht mehr selbst schaffen können.

 

Belastungsfaktoren

Diese Prozesse führten leider zum Umbruch in der Schulentwicklung und änderten den Lehrberuf. Einer Studie zu Folge, gibt es nun diese Belastungsfaktoren:

  • Organisationsstruktur (auch Zeitdruck & Lärm) 50,3%
  • Probleme mit Schülern/Schülerinnen 47,9%
  • Methodisch-pädagogische Probleme 43,8%
  • Probleme mit Schulaufsicht & Behörde 31,5%
  • Probleme mit Kollegen 28,5%
  • Probleme mit Eltern 22,7%
  • Eigene Überforderung   8,1%

„Sind die Lehrer mechanische Arbeiter, so drücken sie den Geist der Jugend unfehlbar um so mehr, je größere Amtstreue sie in ihrem Berufe beweisen wollen. Der Lehrer muß Geist haben, um den Gedanken des Schülers freie Bewegung geben zu können.“
– Johann Friedrich Herbart

Untersuchungen in den 70er Jahren zeigten dann ein neues Bild. Das Berufsbild (damals 45 bis 48 Wochenstunden) sieht grundsätzlich Teamarbeit und Kommunikation mit Kollegen/Kolleginnen vor, was aber nicht der Fall gewesen ist. Die Tätigkeiten beziehen sich auf Förderung, Stoffvermittlung, Erziehung, Motivierung, Disziplinierung, Individualisierung und auf Steuerung von Gruppenprozessen. Nicht zu vergessen, die hohen Selbstanforderungen, um dem beruflichen Status gerecht zu werden. All das wurde plötzlich zu viel und das Belastungsprofil zeigte somit Daten über Burnout, Krankheiten und Frühpensionierungen von Lehrkräften.
Dennoch soll der Wandel des Lehrerbildes nicht so pessimistisch dargestellt werden. Es gibt auch zahlreiche positive Erfahrungen, die man als Lehrperson hat!

 

Buchtipp!

Alle denen, die sich über geschichtliche Hintergründe oder Stressfelder im Lehrberuf informieren möchten, empfehle ich diese Bücher von Klaus Zierer oder Bernd Frommelt:

Hattie für gestresste Lehrer
Zierer, K. (2015): Hattie für gestresste Lehrer . Baltmannsweiler: Schneider.

 

Schule am Ausgang des 20. Jahrhunderts
Frommelt, B. (2000). Schule am Ausgang des 20. Jahrhunderts. Weinheim.

  1. Wenn Lehrer Schüler zum auswendig Lernen zwingen, dann bringt das automatisch Stress, Zeitdruck, schwierige Schüler.

    Gefällt mir

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: