Rechenschwäche ist heilbar

Mit dem richtigen Materialgebrauch gegen das Phänomen Rechenschwäche!

Mathematik ist kein einfaches Fach. Viele Kinder, und auch Erwachsene, tun sich mit mathematischen Aufgaben schwer. Entweder liegt es einem, oder eben nicht – könnte man sagen. Doch für Lehrer/Innen ist es nicht ganz so einfach, denn schließlich sollte jedem Schüler und jeder Schülerin Mathematik so vermittelt werden, dass es alle verstehen können. Zusätzlich sollten Rechenschwächen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Um dies zu ermöglichen, heißt es für die Lehrpersonen: Das richtige Material verwenden!

 

Wird bei einem Kind die sogenannte „Dyskalkulie“ (Beeinträchtigung des arithmetischen Denkens) festgestellt, bietet es sich an, mit „Montessori-Material“ zu arbeiten. Diese Art von Lernmaterial soll eben mathematische Strukturen und Sachverhalte vereinfachen und darstellen. Der Vorteil: Es werden alle Sinne aktiviert und der Lernstoff über das Material begreiflich gemacht.

 

Material alleine reicht nicht aus

Man darf nicht davon ausgehen, dass nur die Verwendung von Lernmaterial ausreicht, um Dyskalkulie-Kinder zu fördern. Verwendet ein Kind bereits schwerwiegend-falsche mathematische Strategien, wie das zählende Rechnen, kann dies das Material nicht ausgleichen. Deshalb müssen Lehrpersonen genügend Wissen über die Denkweisen der betroffenen Kinder und deren Fehlerstrategien besitzen, um richtiges Material anwenden zu können. Wurde eine bestimmte Rechenart von einem Schüler oder einer Schülerin nun verstanden, muss es das Ziel sein, dies auch ohne Material zu können. Nur wenn das Montessori-Material vom Kind schließlich in die Vorstellungskraft übertragen wurde, kann man von wirklichem Fortschritt sprechen!

Die Mathematik ist eine Art Spielzeug, welches die Natur uns zuwarf zum Troste und zur Unterhaltung in der Finsternis.
– Jean-Jacques Rousseau

Nicht alle Fehler sind schlecht!

Eine gute Lehrperson korrigiert nicht gleich alle Fehler, die ein Kind macht. Ich denke, alle wissen, wie unangenehm es ist, bei einem Fehler erwischt zu werden. Demnach ist es ratsam, dass sich die Lehrperson den Fehler merkt und dem Kind beim nächsten Mal die Chance gibt, durch positives Vormachen, sich selbst zu korrigieren. Dies sollten auch alle Eltern beherzigen! Ich rate daher allen Eltern und Lehrern, eine bestimmte Grundhaltung gegenüber Fehlern zu entwickeln. Es gibt wahrscheinlich genug Menschen, die in einem Lernumfeld aufwachsen, indem Fehler etwas Negatives oder Vermeidendes darstellen. Doch in der Montessoripädagogik ist das anders: Ein Fehler muss als Chance gesehen werden, um daraus etwas lernen zu können.

 

Maria Montessori war sich in einer Sache sicher: Ihr Lernmaterial wird erst dann erfolgreich sein, wenn Eltern oder Lehrpersonen ihre innere Einstellung gegenüber Kindern überdenken oder ändern. Es bedarf einer respektvollen Haltung dem Kind gegenüber. Das Wesen sollte so akzeptiert werden, wie es ist. Erst dann entfaltet sich die gesamte Wirksamkeit des Materials. Denn ohne eine Beziehung zwischen dem Lehrenden und dem Lernenden, wird sich das Kind möglicherweise nicht öffnen und den Lernstoff nicht aufnehmen (können).

 

Buchtipp!

Literatur zum Thema:
Unterrichtsentwürfe Mathematik
Heckmann, K./Padberg, F.: Unterrichtsentwürfe Mathematik Primarstufe, Band 2, Heidelberg 2014

 

Mathematiklernen in der Grundschule
Käpnick, F.: Mathematiklernen in der Grundschule, Heidelberg 2014

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