Die vier Stufen der Grammatik-Entwicklung von Kindern (ink. Rätsel-Auflösung)

Wie eignen sich Kinder Sprache an und welche Bedeutung hat Sprache für ihr Denken und soziales Handeln?

Auflösung des letzten Rätsels

„Die Summe der Zahlen von 1 bis 100“

Festzustellen ist:
1 + 100 = 101
2 + 99 = 101
etc.

Die Summe entspricht also:
50 x 101 = 5.050

Anders ausgedrückt:
1 + 2 + 3 + … + (n -1) + n = n (n + 1) : 2
Wobei n = 100
1 + 2 + 3 + … + 100 = 100 x 101 : 2 = 5.050

 

Die deutsche Sprache gehört zwar nicht zu den schwierigsten Sprachen, aber wenn es um Grammatik geht, bekommen es einige Leute wahrscheinlich immer noch mit der Angst zu tun. Doch es hilft nichts! Die Grammatik muss gelernt werden, denn sie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Sprache. Verzichtet man auf grammatische Mitteln, können Aussagen schnell unverständlich werden.

 

Also, wiederholen wir langsam ein paar Aspekte der Grammatik. Man könnte sie auch das Skelett unserer Sprache nennen, denn ohne sie würden Aussagen nicht funktionieren und einfach zusammenfallen. Eine große Rolle spielt dabei die Syntax (Satzbau) und die Morphologie, welche dafür sorgt, dass Wörter in ihrer Struktur verändert werden, damit sie in ein entsprechendes Satzgefüge passen. Da es sich beim Deutschen (westgermanische Sprache) um eine synthetische, beziehungsweise flektierende Sprache handelt, müssen Wörter verändert werden, damit Sie in einen Satz hineinpassen.

 

Die gesprochene Sprache

Wie lernen Kinder also all diese schwierigen grammatischen Strukturen? Sie lernen sie über die gesprochene Sprache! Deshalb macht es auch wenig Sinn, von einem Kind zu verlangen, es soll doch in „ganzen Sätzen“ sprechen. Ein „Satz“ wird erst sichtbar, wenn er aufgeschrieben wird. Man erkennt ihn an großen Anfangsbuchstaben und am Punkt zum Schluss. Dies fällt für Kleinkinder also weg.

„Das Leben ist wie die Grammatik: Die Ausnahmen sind häufiger als die Regeln.“

  • Remy de Gourmont

Alleine durch das Zuhören der Erwachsenen, haben Kinder in ihren ersten Lebensmonaten schon viel über Grammatik erfahren. Den Kleinkindern hilft dabei besonders die Prosodie (die Lehre vom Messen der Silben nach Länge und Tonhöhe und von der sprachlichen Artikulation). Dabei werden Satzeinheiten grob verdeutlicht und ein grammatischer Zusammenhang lässt sich erkennen. Dank der menschlichen Intuition, können Kinder Sätzen bestimmte Schlüsselinformationen über die grammatische Struktur entnehmen. (Möglicherweise ist diese Fähigkeit angeboren und wohnt jedem Menschen bereits inne.) Alleine dadurch lernen sie schon im frühen Alter viel über Grammatik.

 

Die vier Meilensteine der Grammatikentwicklung

  1. In der Regel fangen Kinder nach dem ersten Geburtstag mit Ein-Wort-Sätzen an. Hinter der Ein-Wort-Äußerung „Mama“ verbirgt sich „mehr“ als nur ein Wort.
  2. Besitzen Kinder einen Wortschatz von 50 Wörtern, genügen ihnen Ein-Wort-Aussagen nicht mehr. Nun versuchen sie, zwei Wörter mit einer Äußerung zu verbinden. Durch Zwei-Wort-Aussagen lässt sich viel mehr Inhalt in eine Äußerung verpacken.
  3. Alter: 2 – 3 Jahre.
    Die Sätze beginnen langsam eine grammatische Struktur zu besitzen. „Der, die, das“ treten auf und Verben werden an das Subjekt angepasst. Nominativ und Akkusativ werden allmählich von einander unterschieden („Der Apfel schmeckt gut“ / „Ich mag den Apfel“).
    Sehr interessant: Über das grammatische Geschlecht der Substantive wissen die Kinder mühelos bescheid!!!
  4. Alter: 3 – 4 Jahre.
    Kinder können nun komplexe Sätze selbstständig bauen. Weiters werden in diesem Alter Nebensätze verwendet (Kenntnis über bestimmte Verben wie „wissen“, „glauben“ und Bindewörter „dass“, „weil“ ist bereits vorhanden). Mehrzahlbildung, Steigerungsformen und Zeitformen stellen kein Problem mehr da. Die meisten grammatischen Fälle werden beherrscht.

Buchtipp!

Wie Kinder sich Sprache aneignen und welche Bedeutung Sprache für ihr Denken und soziales Handeln hat…

Einführung in die germanistische Linguistik
Pittner, K. (2013). Einführung in die germanistische Linguistik. Darmstadt: WBG.

 

Kinder-Sprache stärken
Jampert, K. et al. (2009). Kinder-Sprache stärken. Weimar Berlin: verlag das netz.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: