Wie schaut richtiges Feedback eigentlich aus?

An Führungskräfte, Chefs, Lehrpersonen & Eltern: Folgen Sie den „4 Feedback-Ebenen“ um Anfängerfehler zu vermeiden!

Rückmeldungen zur eigenen Person können helfen, bestimmte Ziele zu erreichen. Doch das ist nicht immer der Fall. Es kann auch nach hinten losgehen. Bekommen wir eine Rückmeldung, die uns verletzt und uns sagt, dass dieses und jenes falsch gemacht wurde, dauert es nicht lange, bis man die Motivation für eine bestimmte Sache verloren hat. So kann es auch in der Schule oder im Berufsleben geschehen. Deshalb stellt sich die Frage, wie richtiges Feedback als Schlüssel zum schulischen und beruflichen Erfolg beitragen kann.

 

Feedback kann gelernt werden

Chefs oder Lehrpersonen neigen dazu, viel zu sprechen und sind daher tagtäglich als Feedback-Geber im Einsatz. Doch der entscheidende Punkt des Feedbacks ist nicht die Quantität. Es ist die Qualität, die den Unterschied macht. Nach etlichen Forschungen zählen die Feedback-Methoden zu den wichtigsten Einflüssen auf die Lernleistung und man weiß nun, dass „richtige“ Rückmeldungen zur Verbesserung der Lernenden enorm beitragen. Doch wie sieht das korrekte Feedback aus, wie kann man es erlernen und an welche Regeln sollte man sich halten?

 

Die 4 Feedback – Ebenen

Um ein maximales Steigerungspotenzial der Feedback-Nehmer zu gewährleisten, sollte man Gebrauch von den 4 Feedback Ebenen machen. Diese werden jedoch nicht immer gleichzeitig eingesetzt. Um einen positiven Input für eine Selbstreflexion zu schaffen, muss der Lehrer oder die Lehrerin erkennen, welche Ebenen nun wichtig sind:

Die Ebene der Aufgabe:
Wie gut wurden die Aufgaben verstanden oder erledigt?

 

Die Ebene des Prozesses:
Was muss getan werden, um die Aufgaben zu verstehen oder zu meistern?

 

Die Ebene der Selbstregulation:
Wie kann die Selbstüberwachung, Selbststeuerung und Selbstregulation von Aktivitäten verbessert werden?

 

Die Ebene des „Selbst“:
Besitzt „nur“ persönliche Bewertung und einen positiven Effekt auf die Schüler & Schülerinnen (–> Anfängerfehler).


Berühmte Anfängerfehler!

Führungspersonen, die dazu verpflichtet sind, Feedback zu geben, begehen meistens gravierende Fehler bei der Ebene des „Selbst“. Diese Ebene gibt lediglich Aufschluss über die Person direkt – und nicht über die Leistung, welche von der Person erbracht wurde. Darunter fallen Lob („Sehr gut gemacht“) oder Tadel. Nun sollte man nicht denken, dass positive Rückmeldungen falsch wären. Vielmehr sollten Lehrpersonen oder Chefs verstehen, dass auf diese Weise keine brauchbaren Informationen zum Lernprozess rückgemeldet werden können! Es werden lediglich Persönlichkeitsmerkmale gelobt, was bei Kindern (und Erwachsenen), unter Umständen, sogar negative Auswirkungen zeigen kann.

 

Lernende nehmen dieses Feedback als Bewertung der eigenen Person wahr. Wird zuviel positives Lob ausgesprochen, kann sich die Leistungsbereitschaft verringern. Warum? Weil Menschen dazu neigen, ein positives Bild ihrer selbst nicht auf’s Spiel zu setzen. Das Selbe gilt für zu starke negative Rückmeldungen auf der Persönlichkeitsebene („Du hast das völlig falsch gemacht!“): Schnell entsteht ein negatives Selbstkonzept und die Selbstzweifel beginnen. Denn das Feedback bezieht sich also nicht auf die Sache oder einen Fehler, sondern auf die Persönlichkeit!

 

Gute Führungskräfte von Firmen oder gute Lehrpersonen setzen sich mit dem Thema „Feedback“ auseinander um nicht die Motivation ihrer „Lernenden“ zu schwächen, sondern um ihnen dabei zu unterstützen, sich zu verbessern. Dennoch empfehle ich, dass sich auch die Eltern damit vertraut machen, wie eine gute Rückmeldung funktioniert. Denn falsche Rückmeldungen an die Kinder, können das Lernen erheblich erschweren. Also nicht vergessen: Feedback soll beobachtend oder beschreibend sein und nicht bewertend! Die Persönlichkeitsebene darf nicht im Vordergund stehen – das Verhalten jedoch schon!

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Zierer, K. (2015): Hattie für gestresste Lehrer . Baltmannsweiler: Schneider.

 

Pädagogische Soziologie. Eine Einführung
Böhnisch, Lothar (2012): Pädagogische Soziologie. Eine Einführung. Weinheim: Juventa.

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